Alfarroba-Woche: Portugals dunkler Schatz vom Johannisbrotbaum
Wer durch die Landschaft der Algarve fährt, begegnet ihm immer wieder: dem Johannisbrotbaum. Mit seiner breiten, oft knorrigen Krone, den immergrünen Blättern und seiner erstaunlichen Widerstandsfähigkeit gehört er ebenso zum Süden Portugals wie Mandel-, Feigen- und Olivenbäume. Seine dunkelbraunen Früchte wirken auf den ersten Blick eher unscheinbar – doch in ihnen steckt eine jahrhundertealte kulinarische Tradition.
In Portugal heißt Johannisbrot Alfarroba. Und genau dieser besonderen Frucht widmen wir unsere nächste Themenwoche. Entdecken Sie Johannisbrot einmal ganz ursprünglich als Schote, fein vermahlen als Johannisbrot-Mehl oder fertig verarbeitet in portugiesischen Carob-Keksen.
Alfarroba – eine typische Frucht der Algarve
Der Johannisbrotbaum liebt Wärme, Sonne und trockene Böden. Bedingungen also, die er an der Algarve reichlich findet. Er kommt mit vergleichsweise wenig Wasser aus und ist hervorragend an das mediterrane Klima angepasst. Kein Wunder, dass die Alfarrobeira, wie der Baum auf Portugiesisch genannt wird, seit Generationen ein fester Bestandteil der Kulturlandschaft im Süden des Landes ist.
Seine Früchte entwickeln sich als lange, zunächst grüne Schoten. Während der Reife verändern sie ihre Farbe und werden schließlich dunkelbraun. Dann entfaltet sich auch das typische Aroma des Fruchtfleisches: angenehm süßlich, malzig und leicht karamellig.
Traditionell wurden Johannisbrotfrüchte vielseitig genutzt. Auch heute erlebt Alfarroba gerade in der Küche wieder besondere Aufmerksamkeit. In Portugal findet man sie beispielsweise in Kuchen, Keksen, Brot, Gebäck und verschiedenen Süßspeisen.
Johannisbrot und Kakao – ähnlich und doch ganz anders
Aufgrund seiner dunklen Farbe wird Johannisbrot-Mehl häufig mit Kakao verglichen oder als Alternative dazu verwendet. Geschmacklich sollte man jedoch keinen klassischen Kakaogeschmack erwarten.
Alfarroba besitzt ihren ganz eigenen Charakter. Das Aroma ist von Natur aus süßlich und erinnert je nach Verarbeitung an Karamell, Malz und leicht geröstete Noten. Kakao schmeckt dagegen kräftiger, herber und deutlich schokoladiger.
Gerade dieser Unterschied macht Johannisbrot so interessant. Es muss Kakao gar nicht ersetzen – vielmehr eröffnet Alfarroba eine ganz eigene Geschmackswelt.
Wer Johannisbrot noch nicht kennt, kann während unserer Themenwoche verschiedene Varianten ausprobieren.
Johannisbrot-Schoten – Alfarroba ganz ursprünglich
Mit den Johannisbrot-Schoten lernen Sie die Frucht in ihrer ursprünglichen Form kennen. Die dunkelbraunen, festen Schoten besitzen ein süßliches Fruchtfleisch und zeigen besonders schön, wo Johannisbrot-Mehl eigentlich seinen Ursprung hat.
Wer eine Schote öffnet, findet darin außerdem die auffallend harten Samen. Um diese rankt sich eine interessante historische Besonderheit: Die Samen des Johannisbrotbaums galten aufgrund ihres relativ gleichmäßigen Gewichts lange als Maßeinheit. Von ihrem Namen leitet sich auch der Begriff „Karat“ ab, der bis heute beispielsweise bei Edelsteinen verwendet wird.
Die Schoten sind damit nicht nur kulinarisch spannend, sondern erzählen gleichzeitig ein kleines Stück Kulturgeschichte des Mittelmeerraums.
Johannisbrot-Mehl – vielseitig für die eigene Küche
Besonders unkompliziert lässt sich Alfarroba in Form des Johannisbrot-Mehls entdecken. Dafür wird die Frucht verarbeitet und fein vermahlen. Das Ergebnis ist ein dunkelbraunes Pulver mit dem charakteristischen süßlich-malzigen Aroma.
Johannisbrot-Mehl lässt sich wunderbar beim Backen einsetzen. Probieren Sie es beispielsweise in Kuchen, Muffins, Keksen, Pfannkuchen oder Brot. Auch Desserts, Porridge, Joghurt oder Smoothies lassen sich damit geschmacklich verändern.
Ein kleiner Tipp: Wenn Sie bisher noch nie mit Alfarroba gebacken haben, müssen Sie nicht gleich ein komplettes Rezept darauf ausrichten. Beginnen Sie einfach mit einer kleineren Menge Johannisbrot-Mehl und kombinieren Sie es mit den gewohnten Zutaten. So können Sie sich langsam an den besonderen Geschmack herantasten.
Auch die Kombination mit Nüssen, Mandeln, Feigen, Orange oder Zimt passt hervorragend zum warmen, leicht karamelligen Charakter der Alfarroba.
Carob-Kekse – Portugal zum Knuspern
Wer lieber direkt probieren möchte, findet während unserer Alfarroba-Woche gleich zwei verschiedene Kekssorten.
Die Bio Carob Kekse von Seara zeigen, wie gut sich der charakteristische Geschmack von Johannisbrot in einem knusprigen Gebäck macht. Sie sind eine unkomplizierte Möglichkeit, Alfarroba kennenzulernen – zum Kaffee, Tee oder einfach zwischendurch.
Daneben haben wir die Carob Kekse der Doçaria Regional Maria Teresa Pereira im Sortiment. Schon der Name verrät, worum es hier geht: regionale portugiesische Backtradition. Gerade solche Produkte zeigen, dass Alfarroba in Portugal keine moderne Modezutat ist, sondern eng mit der heimischen Küche verbunden ist.
Probieren Sie beide Varianten ruhig einmal nebeneinander. Denn obwohl in beiden Johannisbrot steckt, können Rezeptur und Herstellung ganz unterschiedliche Seiten seines Aromas hervorbringen.
Ein Stück Algarve mit langer Tradition
Vielleicht liegt der besondere Reiz der Alfarroba gerade darin, dass sie so unspektakulär daherkommt. Keine leuchtende Farbe, keine exotisch anmutende Form – nur eine dunkelbraune Schote an einem robusten Baum.
Und trotzdem gehört sie zu den Produkten, die besonders viel über die Algarve erzählen.
Der Johannisbrotbaum kommt mit Hitze und Trockenheit zurecht, prägt seit langer Zeit die Landschaft und liefert eine Frucht, die sich vom ursprünglichen Naturprodukt bis zum feinen Gebäck auf ganz unterschiedliche Weise verwenden lässt.
Unsere Alfarroba-Woche ist deshalb eine Einladung, diesen portugiesischen Klassiker einmal genauer kennenzulernen. Probieren Sie die Johannisbrot-Schoten pur, experimentieren Sie mit Johannisbrot-Mehl in Ihrer eigenen Küche oder genießen Sie die fertigen Carob-Kekse von Seara und der Doçaria Regional Maria Teresa Pereira.
Vielleicht entdecken Sie dabei einen Geschmack, den Sie künftig ganz automatisch mit Portugal und der Algarve verbinden.
